Senffnes Fesnet

Damals, 1991/92, das war schon eine lustige Zeit. Gerade forste ich alte Disketten durch (täte ich es mit Kassetten, wäre das Ergebnis noch feiner, aber wohl nicht ohne weiteres im Internet dargestellbar ohne RealAudio und ohne Lust, so Zeug in den Rechner zu spielen und in MP3 zu verwandeln).
 
Jedenfalls hatten L. und ich mal wieder eine Band (als wir in der Antwerpener wohnten). Es war eine Art tolle Schrammelband, in der wir unsere Vorstellungen von uns und der Welt ausleben konnten (oder es versuchten). Wir waren zuerst nur zu zweit und hatten den atmosphärisch fragwürdigen, aber guten Ü-Raum in der Voltastraße (wo es später ein paar Probleme mit gab), waren aber nach kurzer Zeit auf der Suche nach mehr passenden Leuten. Irgendwann war da Jörg mit gutem (oder vielem?) Dope, und bald kam Eva dazu (mit der ich jetzt schon über drei Jahre zusammen bin und zum erstenmal konstant was gutes erlebe). L. und ich wechselten uns in üblicher Manier mit Gitarre und Gesang ab, Eva war am Bass und Jörg am Schlagzeug. Er war ein wilder geiler Typ, aber wenn er bekifft war, stimmte (jedenfalls aus L.', meiner und Evas Sicht) sein Timing nicht mehr so ganz. Waren wir auch bekifft, war es wieder ok (nicht aber auf dem Mitschnitt).
 
Eigentlich kam Eva erst zwei Wochen vor unserem ersten Konzert im Wasserturm Spandau, wo wir die Vorband von Tears of Shiver waren, und wir haben sechs Mal geübt und hatten einen schönen Abend beim Auftritt. Dann kam aber drei Wochen später der geile Auftritt in einem besetzten Haus in der Ackerstraße (wo Eva damals wohnte). Da lernte ich Anja kennen (aber das ist eine andere und viel längere Geschichte). Dann gab es noch einen blamablen Auftritt im Institut für politische Wissenschaft an der FU (oder wie das Ding hieß), dem OSI (bzw. ISI, wie es während des laschen 89er Studi-Streiks genannt wurde), wo wir in einem kargen (aber uncool-kargen) Kellerraum eine jänmmerliche Show abzogen. Danach waren wir noch irgendwo tanzen, und es wurde ein schöner Abend. Kurz darauf trennten wir uns von unserem Schlagzeugen, und auch Eva hatte nicht mehr so recht Lust, also waren L. und ich wieder allein, so wie wir angefangen hatten.
 
Eigentlich schreibe ich diesen Salm aber auch nur, weil ich heute (8.2.00) so ein wenig mein Zimmer aufgeräumt habe (bin zu keinerlei Abschluss gekommen, though) und dabei auf Disketten (wie ich eingangs schon erwähnte) gestoßen bin, an deren Inhalt ich mich nicht erinnern konnte. Auf einer fand ich einen Dokument, in dem wir unsere Stücke in der Reihenfolge eines der Auftritte aufgeschrieben haben (mit Akkorden und Anweisungen), und dieses zeitgeschichtliche Etwas kann, will, darf und soll ich den Menschen, die es damals gab, und der einen Milliarde, die inzwischen dazugekommen ist, nicht vorenthalten...
 
L. schnaubt im TIergarten, 4. Mai 2001 (hat nix mehr mit Senffnes Fesnet zu tun, war aber der Tag wo wir uns neu für Musik entschieden haben
 
Hier geht es los:

Unsere Stücke

Please please please let me let me let me: nur Gitarre + 2x Gesang, Drums sollten nicht irgendein "ffft ffft" oder so spielen, sondern die Snare feststellen, daß sie nicht mitschwingt
 
Übergang ,wenn 4x hart D7 kommt zu
 
Das war vor Jahren:
G | hm | C | G | G | hm | C | G A B H | wiederholen bis "wir dachten schon das ist der Sieg", dann Refrain: B | C | Es B | Es B | B | C | Es B | Es B,
dann dasselbe nochmal,
dann, nach zweitem Refrain "schwebend", mit wenig leichter Gitarre und hohem Baßwieder von vorne, dann Refrain wie folgt: B | C | Es B | Es B | B | C | Es B | Es B | B | C | Es B | Es B | Es B | und Schluß auf den Punkt kommend,
 
dann Übergang in
New Dawn Fades: E | D | C | A usw., Ende nach "Waiting for something else" indem Akkordfolge noch einmal gespielt wird. Letztes A nachklingen lassen.
 
Dann
Walked in Line: Intro a capella, Einsatz nach 2x Durchsingen der Akkordfolge (auch ohne "ffft ffft" von den Drums):
hm | hm | G | A | usw., Ende nachdem L. "liiiiiiineeeee" lang haltend singt.
 
Dann
Psychokiller: harte, "rollende", Tom-Tom-orientierte Drums:
am | am am am G(/em) | usw., wenn 4x Gesang war kommt Refrain: F | G | am | am | F | G | C | C | F | G (dieses G wird 6x gespielt in Form zweier Triolen) | und wieder Strophe; Ende nach 4 Strophen und Refrains auf dem letzten G der zweiten Triole.
 
Dann
Personality: 6 Strophen,eine Strophe besteht aus 4x D | c#m | hm | hm , gezählt ab Beginn des Gesangs, dann Refrain G | A | f#m | G | G | A | H | H ; der Refrain ist so eine Art Ruhephase, in der das Leiden des Sängers transparent wird, und sollte auch so behandelt werden; Schluß ist nach der 6. Strophe auf dem letzten Ton des letzten H-Taktes
 
Dann
Stay Free: Nach der 4. und letzten Strophe, endend auf "burn it fucking down to a cinder", kommt das Intro G | C | hm | am nicht nur 2x, sondern sogar 4x, dann der ruhige Schlußteil, in dem das ganze Pathos einer scheinbar intakten, bei näherer Betrachtung jedoch reichlich entmutigenden Jugendfreundschaft mitschwingt und auch die Drums, ja gerade die Drums, etwas ruhiger werden; das Lied endet, nachdem beim 2. "stay freeeeeeee" in das "freeeeeee" das G des Intros fällt und dieses noch 4x gespielt wird, etwas befremdlich auf am endend
 
Dann
Jenseits von Eden: f#m | E | D | A H | f#m | E | D | A H | hm | A | G | D E | c#m | H | A | E F# in einem eher abgehackten Marschrhythmus; es endet, nachdem L. ein unmißverständliches Zeichen gegeben hat
 
Dann
Thereīs a light: Achtung: am Anfang langsam, nach dem ersten Tazett plötzlich schnell; im Refrain wird am Ende der ersten Hälfte f#m nur einen Takt gespielt, am Ende des ganzen Refrain 2 Takte; das Lied hat vier Strophen und endet, nachdem 8x (also in 4 c#m-A-E-H-Zyklen) "There is a light that never goes out" gesungen wurde, auf dem letzten "out"; Jörg wird gebeten, im schnellen Teil auch bei Einsetzen des Refrains schnell zu bleiben
 
Dann
Wir bleiben: em | G | C | F 4x ab Gesangsanfang in ruhiger Weise, dann haut der Refrain rein mit f#m | g#m | A | A 4x, nur beim 4.Mal statt A | A kommt D | D | D | E D _ _ , wobei das E D in Form eines didupp einen schlagartigen Charakter hat; auf besagtem didupp endet auch das Lied; der Übergang zwischen Refrain und Strophe will gelernt sein und verdient erweiterte Aufmerksamkeit
 
Dann
The Gap: schnelle, wirbelnde Toms; am Anfang spielt die Gitarre alleine, beim Refrain setzen alle andern mit ein; 6 Strophen + Refrains wie folgt: E | E | C | E || E | E | C | E || (hier Refrain) E | D | C | E || E | D | C | A | A ; alles beginnt und endet auf E
 
Dann
Isis: --13 Strophen; in den Teilen, wo es keinen Gesang gibt, tazetten wir (auch Jörg!) jeweils auf G und am, also am am am | G _ _ | D D D | am _ _ usw.; Ende nach der letzten Strophe (vorletzte Strophe ist dadurch angezeigt, daß sie ohne Gitarre ist) mit noch einmal am am am G _ _ D D D am, wobei das Schluß-am eine Nuance länger ausgehalten wird als vom Publikum erwartet
 
Zugaben (oder noch einzubauende Stücke):
 
Wilderness: hm | G | A | A | , 3 Strophen, Ende nach "... I saw the tears as they cried, they had tears in their eyes, tears in their eyes, tears in their eyes, tears in their eyes", also sozusagen 5x tears, aber nur 4x eyes, was auch schon in früheren Bands zur Verwirrung beigetragen hat; die Zwischenteile "duff duff duff dada" (kommt je 2x) jeweils eine hm-G-A-A-Sequenz nach Ende des Strophengesangs, also nicht sofort, sondern eine danach; in keinem Fall erfolgt der Zwischenteil inmitten einer Strophe
 
Satisfaction: E E E EA | D D D DA usw. in vielfältigen Variationen, aber nie so einschläfernd wie bei den Stones; ein Ende wird nicht vereinbart
 
Watchtower: am G | F F F G usw., am Ende "wind began to howl, w.b.t.h., w.b.t.hoooooowl" spielen wir am G | F F F G | am F | G G | F G |am (halbe Note ausklingen lassen)
 
Atmosphere: wird, egal ob mit Zugabe oder nicht, als allerletztes Lied gespielt; sehr sehr ruhig; C | F | C | F usw., und am Ende des Gesangs jeder Strophe (meist "donīt walk away") C | F | G | C ... ; die Drums steigern sich an dieser Stelle wohl, ich finde aber, sie sollten nicht zu konventionell werden; Ende nach der 4. Strophe mit "I, Iīm crossing the line... donīt walk away in silence, donīt walk away"

Ja, was?: das ich ECHTER content :-)

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