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Die 2 in unseren Leben

Sind wir das, die überall Symmetrien sehen, oder ist die Welt tatsächlich derart geschaffen?
Irgendwelche kulturellen Denkfühlgebäude, und trotz ihrer unauslöschlichen, immensen Tiefe: nur kulturell? Oder, etwas gravierender: genetisch?

Diese seltsame Idee der räumlich, zeitlich und seelisch verteilten ZWEI zieht sich durch beinahe all unsere Wesenzüge und hat sich tief im Instinkt eingenistet. Entstand die Dialektik als letztes Überbleibsel eines Schocks?

Immer diese Selbstverständlichkeiten und die ewige Anstrengung, sie aufzuspüren, zu isolieren und dann zu handhaben wie du willst! denkt ES. Gut und Böse, Materie und Antimaterie, Frau und Mann, Geburt und Tod, Vergangenheit und Zukunft, Freude und Schmerz, Lust und Angst. Und seit dem Kapitalismus glauben wir noch, das eine mit dem anderen irgendwie bezahlen zu können.

UND WEITER: Ausgleiche über Ausgleiche! Es kommt der Tag, da werden wir Ausgleiche nicht länger ertragen müssen. Der Anfang und das Ende. Und dann kommen die Dreiteilungen, Vierteilungen und N-Teilungen, nichts als Erweiterungen der ZWEI, gespannt über eine Skala, sogar über eine Fläche oder einen Raum.

 

os, 1992