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Zeit - die schreckliche Illusion

I could walk on forever on the island of hope, says Rollins.

Kriegte die Scheiße nicht aus meinem Hirn. Jahrelang einen illegalen Punkt in der Zukunft kultiviert. Fixierte einen Termin über mir, hinter mir, neben mir, unter mir, jenseits von mir, wie ein Pferd, das eine Karotte jagt, mit einer Angel von der reiten-den Person vor seine Nase gehalten; kriegt sie nicht, will sie nicht. Unerreichbar, einmal da, ist sie weg.

Während es auf das Morgen hofft, eine der dreckigsten Illusionen des Abendlandes, beklauen sie es hier und jetzt, und es merkst nichts von dem Deal. Fährt in einem Boot, schmeißt Steine vor sich her, markiert Punkte im Nichts. Die Wellen schmeicheln sich in sein unberührbares Kokon.

Was der Penner letzte Macht, ist unser Untergang. Was der Penner zuletzt macht, darin versinken wir. Ein Buch über die Verbindung von Euphorie und Zeit wurde nie geschrieben. Die lang erwarteten Engel sind nie gekommen. Die in der Zukunft Trost suchten, sind ohne Zögern verreckt.

Versuchte sie zu streichen, zu umgehen: die Gewißheit, einmal würde es geschehen, Kekse, gebratene Tauben in den Mund gelegt von einer Urmutter; die lächelnde Weise, die, plötzlich aus dem Nichts meiner unverbindlichen Sehnsucht auftauchend, meine Seele streichelt und mir ohne doppeltes Gesicht das gibt, was ich suchte.

 
Nie wieder, sag´ ich nur.

 

os, 1992